SMESCH – Lieder des Scheiterns
Im Zentrum von SMESCH steht die Ambivalenz des Menschseins: Krone der Schöpfung oder doch eher ihr Albtraum? Aus der zerstörerischen Kraft, die vom Menschen ausgeht, erwächst auch die Verantwortung, Leben zu schützen. Der Philosoph Otfried Höffe sieht die Rechtfertigug für die menschliche Überlegenheit in der Dreidimensionalität als biologisches Wesen, Kulturwesen und Moralwesen. Doch was, wenn wir an unserer eigenen Moral scheitern?
Im Zentrum dieser Auseinandersetzung steht Georg Katzers Ophelia nach einem Gedicht von Wolfgang Hilbig und zeichnet ein dystopisches Bild.
Alles andere als paradiesisch sind die Rituale der Flagellanten, nämlich die Selbstgeißelung, die mit der Hoffnung verbunden ist, sich über den Schmerz von der eigenen Schuld reinzuwaschen. Mit dieser Thematik setzt sich Brigitta Muntendorf in ihrem Stück hin und weg auseinander.
Einen spirituellen Ansatz wählt Kaija Saariaho in Changing lights, dem Texte aus Siddur Sim Shalom in der englischen Übersetzung von Rabbi Jules Harlow zu Grunde liegen. Dort reflektiert ein lyrisches Ich die Vergänglichkeit und gleichzeitig das Wunder des Lebens in Demut.
Plutonian Ode von Per Nørgard verwendet zwei Fragmente des gleichnamigen Gedichts von Allen Ginsberg, einer intensiven verbalen Attacke auf das schlimmste Szenario: die atomare Vernichtung.
Ergänzt wird das Programm durch das neue Werk of asphyxia von Farzia Fallah, das hier seine Uraufführung erleben wird.

SMESCH – Lieder des Scheiterns
Brigitta Muntendorf
hin und weg (2010) 12‘
Georg Katzer
Ophelia (1994) 21‘
Farzia Fallah
of asphyxia (2025) 13‘
for voice and cello
Uraufführung*
Per Nørgård
Plutonian Ode (1982-84) 10‘
Kaija Saariaho
Changing light.
Version für Sopran und Violoncello (2005) 6‘
Eva Resch, Sopran
Martin Smith, Violoncello
Leon Daniel, Videoinstallation
Veranstaltungsort
Heimathafen Neukölln
18 Euro (erm. 12 Euro)
Kombiticket für Donnerstag: 45 Euro (erm. 30 Euro)
Karten im Vorverkauf über Heimathafen Neukölln
und an der Abendkasse
- Deutschlandfunk Kultur: 23. Januar 2026, 20:00 Uhr, Konzert
- radio3 vom rbb: 13. März 2026, 20:03 Uhr, radio3 Konzert
*unterstützt von der De la Motte-Stiftung