Ultraschall Berlin

Festival für neue Musik, veranstaltet von Deutschlandfunk Kultur und rbb Kultur.

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György Kurtág

György Kurtág

György Kurtág - Bild © Lenke Szilágyi, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

In einem Monat, am 19. Februar 2026, feiert der Komponist György Kurtág seinen 100. Geburtstag. Geboren wurde er 1926 in Lugoj, östlich von Timişoara im rumänischen Teil des Banat, jenem multiethnischen Kulturraum im einstigen Habsburgerreich, der heute in Rumänien, Ungarn und Serbien liegt. Die Familie Kurtág, assimilierte Juden, war ungarischsprachig.

Nach erstem Klavier- und Kompositionsunterricht in Timişoara geht György Kurtág zum Studium zu Sándor Veress und Fernc Farkas an die Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest. Seit der Aufnahmeprüfung ist er mit dem Mitstudenten György Ligeti befreundet. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung in Budapest führt 1957 ein Stipendium Kurtág nach Paris, er studiert bei Darius Milhaud und Olivier Messiaen. In Paris durchlebt Kurtág eine Schaffenskrise, eine Therapie bei der Psychologin Marianne Stein lässt ihn seine kompositorische Vorgehensweise neu überdenken: Er konzentriert sich nunmehr auf die Beziehungen zwischen wenigen Tönen und beginnt musikalische Miniaturen zu schreiben. Solch eine Konzentration, Verdichtung, Verknappung, bestimmt fortan sein Schaffen.

Kurtág schreibt kurze Stücke, mitunter von weniger als einer Minute Dauer. Gleichzeitig verbindet er diese zu Werkzyklen, mitunter als Work in Progress, das über Jahre entsteht. Der 1973 begonnene, mittlerweile auf elf Bücher angewachsene Klavierzyklus Játékok („Spiele“) ist ein bekanntes Beispiel für diese kleinteiligen Formen: mit prägnanten Details, vielfältigen Satz- und Spieltechniken, mal expressiv, mal verspielt oder humorvoll, mal mit Referenzen auf die Musikgeschichte oder als Hommagen an berühmte Persönlichkeiten und Freunde.

Auch die 1987 bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik uraufgeführten Kafka-Fragmente bestehen aus vierzig vorwiegend kurzen Stücken, bei denen die Grenzen zwischen Lied und Miniaturdrama verschwimmen. Die kürzesten Stücke daraus dauern nur wenige Sekunden, nur zwei Stücke sind überhaupt länger als vier Minuten. Gleichzeitig ergeben sich unter den kurzen Teilen eines Zyklus oft Kontraste, Bezüge und Bespiegelungen.

Seit 1967 war György Kurtág Professor für Kammermusik an der Franz-Liszt-Musikakademie. Spät, erst seit einem DAAD-Aufenthalt 1971 in West-Berlin, wurde die internationale Musikszene allmählich auf den Komponisten aus dem Ostblock aufmerksam. Vielbeachtet war die Uraufführung von Kurtágs Botschaften des verstorbenen Fräuleins R. V. Trussova für Sopran und Ensemble mit dem Ensemble intercontemporain und Sylvain Cambreling. Kurtágs Kollege Pierre Boulez hob bei diesem Werk „eine verschwenderische Fülle von Ideen“ hervor, eine Beobachtung, die auch für das Gesamtschaffen von Kurtág gilt: Auf engstem Raum, verdichtet, werden jeweils ungeahnte Intensität und Ausdruckskraft gebündelt.

1993 verließ Kurtág mit seiner Frau, der Pianistin Márta Kurtág, Ungarn und war in mehreren Metropolen zu Gast, darunter bei den Berliner Philharmonikern. In diesem Rahmen entstand 1994 mit Stele Kurtágs erste Annäherung an ein großes Orchesterwerk, das er indessen solistisch und kammermusikalisch zerklüftet gestaltete. Noch später näherte er sich der Gattung Oper an, mit Fin de partie nach dem gleichnamigen Stück von Samuel Beckett, uraufgeführt 2018 in Mailand und mehrfach in anderen Metropolen aufgeführt, darunter 2025 in einer Neuinszenierung an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin.

Im Laufe seiner Karriere hat György Kurtág viele Ehrungen und Preise erhalten, darunter 1998 den Ernst von Siemens Musikpreis und 2006 den Grawemeyer Award. Nach einer Zeit in Südfrankreich kehrte das Ehepaar Kurtág 2015 nach Budapest zurück. 2019 starb Márta Kurtág, die mit György Kurtág noch in hohem Alter auf internationalen Podien gemeinsame Klavierabende gab. Anlässlich des 100. Geburtstags von György Kurtág gibt es in Budapest 2026 vielfältige Feierlichkeiten. Im Rahmen eines Festivals im Februar kommt seine neue Oper „Die Stechardin“ in Budapest zur Uraufführung.

Konzerte
  • György Kurtág: Kafka-Fragmente
    Do. 15.01.2026 19:00 Uhr
    Heimathafen Neukölln

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