Hannah Kendall
Hannah Kendall - Foto © Kiran Ridley
Hannah Kendall wurde 1984 in London geboren. Sie studierte an der University of Exeter und am Royal College of Music in London. 2024 schloss sie ihren PhD in Komposition an der Columbia University in New York City bei Georg Friedrich Haas und George E. Lewis ab. Heute lebt sie in New York City, wo sie als Komponistin und als Lecturer im Musik Department der Columbia University lehrt.
Charakteristisch für Hannah Kendall sind sorgfältig ausgearbeiteten Strukturen, eine große musikalische Imagination und die konzeptionell wie thematisch ansprechende Überzeugungskraft ihrer Werke: „Suggestive Bilder innerhalb dramatischer Konstruktionen bilden die Hauptbestandteile meines Kompositionsstils. Manchmal greife ich auf Aspekte meines afrikanisch-karibisch-europäischen Erbes zurück. Ich versuche Wege zu einem tieferen Verständnis zu finden, wie kulturelle Entdeckungen die Ästhetik meiner Musik beeinflussen können.“ Die Werkreihe Tuxedo von Hannah Kendall ist beispielsweise geprägt von den Arbeiten des berühmten, 1988 verstorbenen US-amerikanischen Malers Jean-Michel Basquiat, dessen Familie aus der Karibik stammte. Die Komponistin arbeitet nicht selten zudem mit Choreograph*innen, Literat*innen und Kunstgalerien zusammen. Im Fachmagazin Grammophone hieß es über ihr Komponieren: „Hannah Kendall erschafft mit ihrer Musik tatsächlich Klangwelten (…) Diese Musik packt einen, zieht einen unaufhörlich in das Geschehen und hat häufig etwas über gesellschaftliche Themen zu sagen.“ Ihrem bei Ultraschall Berlin 2026 zu hörenden Orchesterwerk Disillusioned Dreamer (2018) bescheinigte der San Francisco Chronicle ein „reichhaltiges Innenleben“.
Die Werke von Hannah Kendall wurden auf maßgeblichen Festivals vorgestellt, so den Donaueschinger Musiktagen, Wien Modern, Huddersfield Contemporary, beim Warschauer Herbst, beim Lucerne Festival, bei den BBC Proms und in Tanglewood. Ihre Musik wurde vom Festival Orchestra des Lincoln Center und vom New York Philharmonic Orchestra gespielt, zudem vom Boston Symphony Orchestra, Los Angeles Philharmonic, San Francisco Symphony Orchestra, London Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra und London Sinfonietta, vom Musikkollegium Winthertur, Staatsorchester Stuttgart, Ensemble Modern und vom Klangforum Wien.
Hannah Kendall ist Trägerin des Hindemith-Preises 2022 für Komposition, 2023 und 2024 erhielt sie Preise der Ivor Novello Awards. Ihre Kammeroper The Knife of Dawn (London, 2016) wurde mehrfach international aufgeführt, in dieser Spielzeit kommt das Stück an die Dutch National Opera in Amsterdam.
Konzerte-
Ilya Gringolts // DSO // Giedrė Šlekytė
So. 18.01.2026 20:00 Uhr
Haus des Rundfunks: Großer Sendesaal des rbb