Brett Dean
Brett Dean - Foto © Bettina Stöß
Komponist, Bratschist und Dirigent Brett Dean wurde 1961 in Brisbane/Australien geboren. Dort absolvierte er sein Studium, bevor er 1984 nach Deutschland ging. Vierzehn Jahre lang, 1985 bis 1999, war Brett Dean als Bratschist Mitglied der Berliner Philharmoniker. Nachdem er seine Laufbahn als Orchestermusiker beendet hatte, schlug er eine erfolgreiche Karriere als freischaffender Künstler ein. Bereits 1988 trat Brett Dean mit eigenen Kompositionen hervor. Internationale Aufmerksamkeit erreichte nicht zuletzt sein Klarinettenkonzert Ariel’s Music (1995), das mit einem Preis beim UNESCO International Rostrum of Composers ausgezeichnet wurde. Auch sein Werk Carlo (1997) für Streicher, Sampler und Zuspiel, inspiriert von der Musik von Carlo Gesualdo war ein internationaler Erfolg.
Viele von Brett Deans Werken sind von seiner Beschäftigung mit Literatur und von Bildeindrücken geprägt, nicht zuletzt auch von Arbeiten seiner Ehefrau, der bildenden Künstlerin Heather Betts. Außerdem schlug sich schon früh Brett Deans Auseinandersetzung mit politischen und ökologischen Themen in seinen Werken nieder: Ariel’s Music bezieht sich auf die Aids-Epidemie in den USA der 1980er Jahre, als Hilfe lediglich von privaten Initiativen kam. Die Orchesterkomposition Ceremonial (2003) wendet sich gegen Terrorismus und Krieg, Vexations and Devotions (2005) für Chor, Kinderchor und Orchester behandelt die Korrumpierung der Sprache im turbokapitalistisch befeuerten Informationszeitalter. Und Brett Deans Pastoral Symphony (2001) ist nicht bloß eine eigene Position zur berühmten Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 von Ludwig van Beethoven, sondern ihr ist auch eine eindringliche Warnung vor der Zerstörung der Erde eingeschrieben. Die Pastoral Symphony sei ein Stück „über den herrlichen Gesang der Vögel, seine Bedrohungen, seinen Verlust und den seelenlosen Lärm, der übrigbleibt, wenn alle verschwunden sind“, so Brett Dean.
2009 wurde Brett Dean mit dem bedeutenden Grawemeyer Award für sein Violinkonzert The Lost Art of Letter Writing ausgezeichnet. In einem Essay aus jenem Jahr hat der Berliner Musikwissenschaftler Stefan Drees die „plastische Modellierung von Deans Linienführungen“ hervorgehoben: „Es ist vor allem die melodische Linie in all ihren Erscheinungsweisen, der Dean in seinen Werken nachspürt, dabei ihren Charakter variierend, sie in verschiedenen Kontexten vom fast skizzenhaften Verlauf bis hin zur Ausweitung in breite Klangbänder erprobend oder sie gelegentlich auch in mikrointervallische Tonschritte auflösend.“
2017 kam Brett Deans Oper Hamlet beim Glyndebourne Festival zur Uraufführung. Sie wurde seitdem an mehreren internationalen Opernhäusern gezeigt und mit mehreren Preisen ausgezeichnet. 2022 erhielt er für sein Werk Madame ma bonne sœur für Mezzosopran und Streichquartett den Ivor Novello Award, im Jahr darauf wurde sein Cellokonzert ebenfalls mit dem Ivor Novello Award ausgezeichnet. Brett Dean hat Konzerte für Stars wie Alban Gerhardt und Håkan Hakenberger geschrieben, namhafte Ensembles und Orchester wie das Scharoun Ensemble, Armida Quartet und die Berliner Philharmoniker, das Bayerische Staatsorchester, das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, das Stuttgarter Kammerorchester, das Australian Chamber Orchestra und die Australian National Academy of Music, Melbourne Symphony, Sydney Symphony, Gothenburg Symphony , Los Angeles Philharmonic und das Concertgebouw Orchestra haben Werke von Brett Dean gespielt. 2017/18 war er zu Gast als Creative Chair beim Tonhalle-Orchester in Zürich. Nachdem er bereits Residenzkünstler beim Swedish Chamber Orchester, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und dem Sydney Symphony Orchestra war, folgten mehrere Spielzeiten als Composer in Residence beim London Philharmonic Orchestra 2019 bis 2023. Dirigentenkolleg*innen wie Andris Nelsons, Marin Alsop, Daniel Harding Vladimir Jurowski, Sakari Oramo, Simone Young und Simon Rattle haben seine Werke aufgeführt. Als Bratschist sowie als Dirigent arbeitet Brett Dean ebenfalls mit den maßgeblichen Orchestern und Ensembles weltweit zusammen. 2024 war er Gastprofessor am Composition and Contemporary Music Department am Royal Academy of Music in London
Konzerte-
Ilya Gringolts // DSO // Giedrė Šlekytė
So. 18.01.2026 20:00 Uhr
Haus des Rundfunks: Großer Sendesaal des rbb