(2005) 6‘ – Version für Sopran und Violoncello
Uraufführung (Originalversion): 11. September 2002, Helsinki
Deborah van Renterghem (Sopran), Edna Michell (Violone)
(…) Flesh and bone, steel and stone.
We dwell in fragile, temporary shelters.
Grant steadfast love, compassion, grace.
Sustain us, Lord; our origin is dust.
Splendor, mercy, majesty, love endure. (…) .
Aus: Siddur shim Shalom, Übersetzung von Rabbi Jules Harlow, 1985
Dieses Stück habe ich für Edna Michells Compassion Project geschrieben. In der Komposition folge ich der Idee eines Dialogs, angeregt durch den Text, den ich ausgewählt hat. Der intime Charakter und die fragile Klangwelt des Duos spiegeln die Fragilität unserer ungewissen Existenz wider.
Kaija Saariaho
Nach mehreren Studioaufnahmen in der Tschechischen Republik 1993 waren Yehudi Menuhin und ich auf dem Weg nach Wien, um unsere Flüge mit unterschiedlichen Destinationen in der Welt zu nehmen. Menuhin war verzweifelt angesichts der Gräueltaten auf der Erde. Um seine Stimmung aufzuhellen, machte ich ihm den Vorschlag, Komponisten aus verschiedenen Ländern der Welt sollten kurze Werke schreiben, die vom Thema Mitgefühl inspiriert sind. Dies schlug eine Saite bei Menuhin an, und er blieb diesem Projekt bis zum Ende seines Lebens verbunden.
Edna Michell
Komponist*innen des Compassion Project von Edna Michell:
Gennadi Banschtschikow, Luciano Berio, Petr Eben, Lukas Foss, Philip Glass, Hans Werner Henze, Sean Hickey, Karel Husa, Viktor Kalabis, Oldřich František Korte, György Kurtág, Yinam Leef, Betty Olivero, Shulamit Ran, Steve Reich, Wolfgang Rihm, Poul Ruders, Kaija Saariaho, Sōmei Satō, Josef Tal, John Tavener, Boris Tischtschenko, Iannis Xenakis, Chen Yi