Ezko Kikoutchi: Antiguan racer

(2025) – pour saxophone alto, percussions et piano

Uraufführung: 17. Oktober 2025, Festival Transit, Leuven
Trio Accanto: Marcus Weiss (Saxophone), Stefan Wirth (Keyboard-Instrumente), Christian Dierstein (Schlagzeug)
Georg Lendorff (Video), Katinka Deecke (Dramaturgie)

Der Antiguan Racer ist eine seltene und vom Aussterben bedrohte Schlangenart, die nur auf der Great Bird Island in der Karibik vorkommt. Die Schlange ist ein unendlich faszinierendes Wesen: ein zeitloses Symbol für Unsterblichkeit und Wiedergeburt. Der Antiguan Racer selbst ist schnell, scharfsinnig und schlank. Scheu und geheimnisvoll versteckt er sich im Schatten und lauert auf seine Beute. Diese Eigenschaften wurden klanglich umgesetzt – die schnellen Bewegungen, die plötzliche Stille, die Spannung des Hinterhalts. Und dann der Akt des Häutens: Er wirft seine alte Haut ab und erscheint erneuert, verwandelt. Die Musik fängt diesen Kreislauf ein – das leise Rascheln der Schuppen auf der Erde, die zerbrechliche Beharrlichkeit des Lebens und die unerschöpfliche Kraft, die es dazu treibt, immer wieder neu geboren zu werden.

Ezko Kikoutchi

the last of their kin(d)
A speculative songbook of endangered species

The Last of Their Kin(d) ist ein szenisches Konzert, eine konzertante Inszenierung, eine performative Klanginstallation, ein klingendes Vivarium. Mit dieser artübergreifenden Erfahrung aus Klang, Kunst und Lebewesen versucht das Trio Accanto eine Brücke zu jenen Wesen zu schlagen, die in naher Zukunft (wahrscheinlich) aussterben werden. Zu diesem Zweck vertieft es sich in zehn speziell für diesen Anlass geschaffene Kompositionen und tritt in einen Austausch mit gefährdeten Verbündeten anderer Arten: Der Berggorilla, die Goldkröte, die unsterbliche Qualle, der Komodowaran, der Aye-Aye, der Bonobo, das Schwarzbaumkänguru, der Monarchfalter, der Antiguan Racer und der Riesenkalmar sind alle vom Aussterben bedroht – trotz ihrer Stärke und Widerstandsfähigkeit, die sich zum Teil über Millionen von Jahren entwickelt hat. Zum Überleben benötigen sie von eben jener mächtigen Spezies, die ihre größte Bedrohung darstellt, ausreichend viel Platz in Baum, Meer und Urwald sowie eine tastend ausgestreckte Hand. Diese will das Trio Accanto den zehn Arten und den fast 50.000 weiteren gefährdeten Tierarten reichen – ein Versuch, eine Gemeinschaft der Lebewesen auf diesem Planeten aufrechtzuerhalten. 

Mit raumgreifendem Schlagzeug, dazu Saxophon und Klavier begeben Christian Dierstein, Marcus Weiss und Stefan Wirth sich hinein in die neuen Kompositionen und in den Austausch mit ihren gefährdeten Verbündeten und mit den schillernden Gebilden, die Videokünstler Georg Lendorff den alten Spezies und neuen Allianzen visuell zur Seite stellt.

Katinka Deecke